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Die Phase Abwehren

Erleben des Klienten

Ich möchte ein Problem kaum oder nicht bearbeiten. Ich verdränge aktiv Informationen, die auf ein Problem hinweisen. Ich schotte mich ab, ich wende Energie auf, damit ich bleiben kann, wie ich bin. Ich möchte bleiben, wie ich bin. Ich stelle meine Energie gegen meine eigene Entwicklung, gegen mein Wohlergehen und gegen das Wohlergehen meiner Lieben. Ich spüre meine großen Energien und zeige sie anderen:  Wut, Niedergeschlagenheit, Hass, Groll, Trauer, Angst u.a. brechen hervor. Die Außenwelt verändert sich, die Veränderungen nerven, ärgern oder demoralisieren mich.
Ein guter Einstieg, damit Sie diese Phase bearbeiten und hinter sich lassen können, ist die Methode 205.


Interventionsmöglichkeiten des Beraters

Keine Aufträge annehmen, stattdessen sagen: „Solange Sie abwehren, kann ich Ihnen nicht helfen.“ Wissen, dass Abwehr eine gestörte Interaktion ist, die sich bearbeiten lässt. Klären: „Ihre Abwehrhaltung täuscht Außenstehende, die nicht gut mit Ihnen vertraut sind, und sie täuscht Sie selber. Es ist auch ein Versteckspiel vor Ihnen selbst. Ihre Abwehrhaltung täuscht nicht Ihre Angehörigen, Ihre Kinder, Ihre engen Freunde, Ihren Berater sowie den Recruiter, der Sie interviewt. Die durchschauen Ihre Abwehrhaltung schnell.“ Wahrnehmung von Risiken und Gefahren des aktuellen Verhaltens erhöhen, z.B. Johari-Fenster einsetzen: „Ich sehe etwas, wo Sie Ihren blinden Fleck haben. Ich spreche für Sie aus, was Sie sich nicht zu sagen trauen. Sind Sie bereit dazu?“ Darauf hinweisen, dass es Diskrepanzen gibt zwschen den Zielen und Wünschen des Klienten einerseits und den Folgen seines Verhaltens andererseits. Fragen: „Möglich, dass vieles von dem stimmt, was Sie sagen. Aber einige Fragen bleiben offen. Wie steht es mit …?“ Empathisch sein, dadurch es dem Klienten ermöglichen, dass er seine Zurückhaltung aufgibt und sich öffnet. Daraus eine Aufgabe für die nächsten Wochen erarbeiten. Zweifel wecken, die Möglichkeit eröffnen, dass der Klient ins Nachdenken kommt. Probleme beim Namen nennen, ehrliche Meinung sagen: „Ihre Chancen sind gering. Wenn Sie sich retten wollen, dann ….“ Fragen: „Ich möchte mein Möglichstes zu Ihrer Hilfe tun. Was kann ich tun, um Ihnen zu helfen, dass Sie das Problem kleiner machen?“